Fotos

Berlin – du bist so wunderschön

Berliner Dom als HDR fotografiert

Unter Fotografen ist es wie unter Hundebesitzern, jungen Eltern oder Manta-Fahrern – man kommt ins Gespräch. Das war auch auf meinem kurzen Abstecher nach Berlin der Fall, den ich zwischen Hamburg und Frankfurt eingelegt hatte.

„Wie lange belichtest du?“ und „Welche Filter hast du montiert?“ sind dabei immer wieder einen Erfahrungsaustausch wert. Klar, denn bei Urlaubswetter ist ein Touristenmagnet wie Berlin nicht unbedingt ein unkompliziertes Foto-Setting. Vor jeder größeren Sehenswürdigkeit wuseln Menschenmassen, Wurstverkäufer und quirlige Japaner durcheinander. Wer hier eine halbwegs ansehnliche Fotografie in den Kasten bekommen möchte, hat es nicht einfach. Es gibt nur einen Weg: Und der heißt Neutraldichte (ND-Filter).

Noch haariger das Ganze, wenn einem die gleißende Berliner Mittagssonne mit hartem Licht den Stinkefinger zeigt. Das Gegenmittel meiner Wahl hieß also HDR. Auch wenn drei Fotos, also unter-, über- und ein normal belichtetes, sicher gereicht hätten, kam ich mit insgesamt 9 übereinander gelegten Fotos ans Ziel. Angesichts des wahnwitzigen Trubels vor dem Berliner Dom kann ich mit Ghosting-Resten gut leben. Den Hintergrund des Doms habe ich allerdings via Photoshop bearbeitet. Die relativ langen Belichtungszeiten durch den ND-Filter haben zu einem sehr verwaschenen Wolkenbild geführt.

Letztendlich habe ich Stativ, eine Currywurst und folgende DSLR-Einstellungen für diese HDR-Fotografie benötigt:

  • Objektiv: Canon EF-S 10-22 mm f/3.5-4.5 USM (siehe DSLR-Equipment)
  • Brennweite: 10 mm
  • Belichtungszeit: 9 Fotos zwischen 1“ – 130“
  • Blende: f14
  • ISO: 100
  • Belichtungsmessung: Mehrfeld
  • Filter: ND 3,0 (x1000)
  • Blitz: keiner

Ein paar Schnappschüsse, die praktisch im Vorbeigehen entstanden sind, hänge ich noch geschwind an. Den nächsten Fototrip nach Berlin werde ich zeitlich mit Sicherheit etwas großzügiger gestalten – allein schon wegen der fantastischen Currywurst.

Foto des Berliner Fernsehturms

Foto der Berliner Synagoge

Palazzo Protzo, Foto-Workshop und ein finsterer Plan

HDR-Bild der Empfangshalle eines Hotels

Ich bin ein Schelm. Der Wochenendtrip nach Dortmund hatte vorsätzlich den Besuch eines Landschaftsfotografie-Workshops zum Grund, aber in Wirklichkeit verfolgte ich einen ganz anderen, finsteren Plan. Ich wollte Adobe ans Leder.

Der Fotografie-Workshop

Erst vor Kurzem hatte ich meine Fotoausrüstung um einen Lowepro Flipside 400 erweitert und was eignete sich da besser, als den Rucksack erst einmal in die Welt hinaus zu tragen. Der Workshop kam mir zeitlich gelegen, verlief relativ locker, aber brachte mich fachlich leider nur bedingt weiter. Das Mysterium der hyperfokalen Distanz geht in der Praxis auch weiterhin an mir vorbei. In Gruppen sind Fotografie-Workshops schließlich immer so eine Sache, DSLR-Einsteiger vermengen sich hier mit fortgeschrittenen Hobbyfotografen und hoffnungslos überforderten 5D Mark II-Besitzern. Da bleibt nicht viel Platz für konkrete Fragestellungen und so notierte ich als Highlight meiner Ruhrpott-Reise eine Curry Wurst beim „Wurst Willi“.

Der Adobe Master-Plan

Mein Plan ging trotzdem auf, denn Adobe war im Begriff, ihre fantastische Creative Cloud (Was ist das?) für wenige Tage an Studenten mit Sonder-Sonder-Sonderkonditionen rauszuhauen. Unschlagbare 19,95/ Monat hatten meine Aufmerksamkeit erregt. Nach Rücksprache mit Adobe galt das kaum beworbene Angebot auch für Teilnehmer sämtlicher Volkshochschulkurse. Here we go! Ich sage mal so: Zwischen Adobe-Telefonat und verbindlicher VHS-Anmeldung vergingen etwa 3 Minuten. Und hätte es nicht zufällig am selben Wochenende den thematisch interessanten Fotografie-Workshop gegeben, ich hätte ohne Reue auch Bauchtanz belegt.

Das Fazit

Daheim angekommen wandte ich mich dem neuen Adobe Lightroom CC zu und was soll ich sagen – es ist der cloudy Himmel auf Erden. „Smart-Previews“, mit denen Bilder am Zweitrechner bearbeitet werden können, ohne dass sie physisch auf der Festplatte vorhanden sind oder eine Internet-Verbindung besteht. Dazu der perfekte Workflow mit Photoshop und eine Genugtuung für alle Fotografen, Bildbearbeiter und Pixelschubser. Der Aufenthalt im Ruhrpott hat sich dahingehend gelohnt.

Ein paar Fotos des Workshops gibt es natürlich auch, aber ich beschränke mich hier auf das obige, das ich übrigens außerhalb der Kurszeiten gemacht habe. Die Eingangshalle des Hals über Kopf gebuchten Unique Novum Hotels in Dortmund. Den absolut unbehaglichen Prunk dieses Kitsch-Komplexes habe ich über

  • mehrfaches Bracketing (Belichtungszeiten zwischen 1,3 und 5 Sekunden)
  • aus 9 Einzelbildern bei f/13
  • mit 44mm Brennweite und ISO 100
  • als HDR eingefangen.

Anpassungen der Tonwerte/Gradationskurve, selektive Farbkorrekturen (z.B. Teppich), Dynamik und Schärfe wurden hauptsächlich in Photoshop durchgeführt. Ganz schön… äh… pompööös!

Was ist die Creative Cloud von Adobe überhaupt?

Adobes Creative Cloud umfasst im Komplettpaket sämtliche Software aus den Bereichen Bild-/Fotobearbeitung (z. B. Photoshop, Lightroom), Design (InDesign, Illustrator) Videoschnitt/-Compositing (Premiere, After Effects), Webdesign und vielem mehr. Ein Abo-Modell ersetzt den einmaligen Produktkauf, regelmäßige Updates ersetzen neue Produktversionen und die Arbeit an mehreren Rechnern wird durch die Cloud an sich vereinfacht.

Die Creative Cloud ist Adobes Frontalangriff auf die eigene, konventionellen Software-Vermarktung, der Abschied von sündhaft teuren Programm-Paketen (das CC-Pendent, die Creative Suite, kostet rund 3.500 €), ein „Herzliches Willkommen“ an alle Raubkopierer und nicht zuletzt einfach nur ein Kind seiner Zeit. Mehr Infos, Preise und Inhalte auf der offiziellen Adobe-Website.