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Weitwinkel – oh du Herrlichkeit

Windrad im Weitwinkel

Ich bin gefesselt – sehr sogar – und muss erst bremsen, bevor ich diesen Beitrag hier so euphorisch in die Tasten haue, dass ihn am Ende keiner mehr versteht. Würde ich die letzte Erweiterung meiner Fotoausrüstung in einem Wort beschreiben müssen, würde ich nur „Erfüllung“ sagen. Wahnsinn – so ein Weitwinkel!

Ich will mich überhaupt nicht über diesen einen Weitwinkel austoben, den ich mir gekauft habe, geschweige denn möchte ich mich auf Canon, Nikon oder Co versteifen, sondern einfach mal von Weitwinkeln generell schwärmen. Setzt du so ein Objektiv zum ersten Mal auf den DSLR-Body und schaust durch den Live-View, schenkt dir die Technik eine Ansicht deiner Umgebung, die dein Auge nicht mal annähernd scharf erfassen – oder fast – begreifen könnte.

Du schaust durch deine Kamera in ein Wohnzimmer, das du seit Jahren bewohnst, und denkst plötzlich: „Oh, der Benjamini rechts in der Ecke müsste auch mal wieder gegossen werden!“ und „Wow, die Wand zu meiner Linken bietet noch eine Menge Platz für eigene Fotos“. Kurzum: Du hast die ultimative Rund-um-Sicht.

Diese Rund-um-Sicht habe ich über das Wohnzimmer mal etwas weiter hinaus in die Welt getragen. Als Weitwinkel-Beispiele hier erst einmal zwei von etwa 2000 Fotos, die ich mit dem Canon 10-22 (Amzn.Link/Details: http://amzn.to/1coOjbc) innerhalb weniger Wochen aufgenommen habe.

Weitwinkel-Foto

HDR-Foto mit Canon EF-S 10-22mm in Koblenz

Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM – Mein lieber Scholli!

HDR-Foto mit Canon EF-S 10-22mm in Koblenz

Ich mag meinen Heimatort im Westerwald, denn an vielen kleinen Dingen merkt man immer wieder, wie vertrauensvoll man hier miteinander umgeht. Dann zum Beispiel, wenn einem Freitags ein Päckchen mit teurem Kamerazubehör einfach vor die Haustür gelegt wird – und man am Sonntag erst nach Hause kommt…

Canon-EF-S-10-22mmNach einem erholsamen Wochenende an der belgischen Grenze und jeder Menge Pommes erwartete mich also ein Amazon-Päckchen. Mein erstes Weitwinkel-Objektiv war endlich angekommen und es dauerte keine 20 Minuten, bis ich die Wohnung mit dem Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM wieder verließ, um es direkt zu testen. Und – es ist die absolute Genugtuung! Unglaublich, was das Objektiv an Fotomaterial auf den Sensor bannt. Zimmer, Gebäude und Pflanzen an der Naheinstellgrenze (24mm) erscheinen riesig und selbst der Innenraum meines kleinen Autos sieht auf den Fotos aus wie der eines Sattelschleppers.

Ich bin froh darüber, mich letzten Endes für das Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM (vgl. Amzn) und gegen das Tokina AT-X 11-16mm/f2.8 Pro DX entschieden zu haben. Denn im Weitwinkel-Bereich sind die Millimeter-Unterschiede im Brennweitenbereich enorm. Zumal das Tokina aufgrund seines geringen Brennweitenbereiches einen sehr unflexiblen Einsatz mit sich bringt, wenn man sich alleine mit einem Weitwinkel auf Städtetour begibt. Da hat das Tokina fast Festbrennweiten-Charakter. Dafür ist es etwas lichtstärker. Aber mein Gedanke, mit meinem Weitwinkelobjektiv weniger dunkle Innenräume als Landschaften zu fotografieren, bestätigte meinen Kaufentscheid. Denn bei Letzteren wird ohnehin auf mindestens f/8 abgeblendet, um komplett scharfe Bildergebnisse auch für weit entfernte Objekte zu erzielen.

Ein schöner Nebeneffekt, den mir beide Weitwinkelobjektive bieten, ist der 77mm-Filterdurchmesser. Einfach deswegen, weil als nächstes ein neuer Standardzoom von Sigma ansteht, der den selben Durchmesser aufweist und ich dadurch keinen zweiten Satz an Pol- und ND-Filtern anlegen muss. Geld und Gewicht gespart…

Die Liste der Fotoausrüstung werde ich im Anschluss an diesen Post aktualisieren, denn auch Gegenlichtblenden und sonstiger Kleinkram lag dem dicken Paket bei. Davor noch ein Wort zum einleitenden Fotobeispiel, dass ich mit dem Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM auf einer Tour durch Koblenz abgelichtet habe. Es handelt sich dabei um ein HDR-Bild, dass ich via Photoshop aus 9 Einzelbildern zusammengesetzt habe.

Palazzo Protzo, Foto-Workshop und ein finsterer Plan

HDR-Bild der Empfangshalle eines Hotels

Ich bin ein Schelm. Der Wochenendtrip nach Dortmund hatte vorsätzlich den Besuch eines Landschaftsfotografie-Workshops zum Grund, aber in Wirklichkeit verfolgte ich einen ganz anderen, finsteren Plan. Ich wollte Adobe ans Leder.

Der Fotografie-Workshop

Erst vor Kurzem hatte ich meine Fotoausrüstung um einen Lowepro Flipside 400 erweitert und was eignete sich da besser, als den Rucksack erst einmal in die Welt hinaus zu tragen. Der Workshop kam mir zeitlich gelegen, verlief relativ locker, aber brachte mich fachlich leider nur bedingt weiter. Das Mysterium der hyperfokalen Distanz geht in der Praxis auch weiterhin an mir vorbei. In Gruppen sind Fotografie-Workshops schließlich immer so eine Sache, DSLR-Einsteiger vermengen sich hier mit fortgeschrittenen Hobbyfotografen und hoffnungslos überforderten 5D Mark II-Besitzern. Da bleibt nicht viel Platz für konkrete Fragestellungen und so notierte ich als Highlight meiner Ruhrpott-Reise eine Curry Wurst beim „Wurst Willi“.

Der Adobe Master-Plan

Mein Plan ging trotzdem auf, denn Adobe war im Begriff, ihre fantastische Creative Cloud (Was ist das?) für wenige Tage an Studenten mit Sonder-Sonder-Sonderkonditionen rauszuhauen. Unschlagbare 19,95/ Monat hatten meine Aufmerksamkeit erregt. Nach Rücksprache mit Adobe galt das kaum beworbene Angebot auch für Teilnehmer sämtlicher Volkshochschulkurse. Here we go! Ich sage mal so: Zwischen Adobe-Telefonat und verbindlicher VHS-Anmeldung vergingen etwa 3 Minuten. Und hätte es nicht zufällig am selben Wochenende den thematisch interessanten Fotografie-Workshop gegeben, ich hätte ohne Reue auch Bauchtanz belegt.

Das Fazit

Daheim angekommen wandte ich mich dem neuen Adobe Lightroom CC zu und was soll ich sagen – es ist der cloudy Himmel auf Erden. „Smart-Previews“, mit denen Bilder am Zweitrechner bearbeitet werden können, ohne dass sie physisch auf der Festplatte vorhanden sind oder eine Internet-Verbindung besteht. Dazu der perfekte Workflow mit Photoshop und eine Genugtuung für alle Fotografen, Bildbearbeiter und Pixelschubser. Der Aufenthalt im Ruhrpott hat sich dahingehend gelohnt.

Ein paar Fotos des Workshops gibt es natürlich auch, aber ich beschränke mich hier auf das obige, das ich übrigens außerhalb der Kurszeiten gemacht habe. Die Eingangshalle des Hals über Kopf gebuchten Unique Novum Hotels in Dortmund. Den absolut unbehaglichen Prunk dieses Kitsch-Komplexes habe ich über

  • mehrfaches Bracketing (Belichtungszeiten zwischen 1,3 und 5 Sekunden)
  • aus 9 Einzelbildern bei f/13
  • mit 44mm Brennweite und ISO 100
  • als HDR eingefangen.

Anpassungen der Tonwerte/Gradationskurve, selektive Farbkorrekturen (z.B. Teppich), Dynamik und Schärfe wurden hauptsächlich in Photoshop durchgeführt. Ganz schön… äh… pompööös!

Was ist die Creative Cloud von Adobe überhaupt?

Adobes Creative Cloud umfasst im Komplettpaket sämtliche Software aus den Bereichen Bild-/Fotobearbeitung (z. B. Photoshop, Lightroom), Design (InDesign, Illustrator) Videoschnitt/-Compositing (Premiere, After Effects), Webdesign und vielem mehr. Ein Abo-Modell ersetzt den einmaligen Produktkauf, regelmäßige Updates ersetzen neue Produktversionen und die Arbeit an mehreren Rechnern wird durch die Cloud an sich vereinfacht.

Die Creative Cloud ist Adobes Frontalangriff auf die eigene, konventionellen Software-Vermarktung, der Abschied von sündhaft teuren Programm-Paketen (das CC-Pendent, die Creative Suite, kostet rund 3.500 €), ein „Herzliches Willkommen“ an alle Raubkopierer und nicht zuletzt einfach nur ein Kind seiner Zeit. Mehr Infos, Preise und Inhalte auf der offiziellen Adobe-Website.