Weißabgleich

der weissabgleich einfach erklärt

Weißabgleich – was ist das überhaupt und warum solltest du die Farbe „Weiß“ überhaupt „abgleichen“, und womit? Weiß bleibt schließlich Weiß – das weiß doch jeder, nur deine Kamera nicht. Fotophobia geht der Sache auf die Spur und nimmt dich mit.

Warum Weißabgleich?

Ganz einfach: weil du Fotograf bist und eine Kamera bedienst, die deinem menschlichen Auge weit unterlegen ist. Dein Gehirn schöpft aus seinem Erfahrungsschatz, wenn du morgens an einer Haltestelle stehst, und sagt dir, ob das vorbeifahrende Auto ein strahlend weißer Porsche oder ein Taxi in eierschalengelb ist. Beide haben einen Weißanteil und deine Aufgabe ist es, deiner Kamera zu sagen, wie die Wirklichkeit, also wie weiße Farbe, in diesem Moment aussieht.

Um zu definieren, dass der Porsche für deine Kamera weiß und das Taxi gelb sein soll, führst du eine Farbanpassung an die aktuellen Lichtverhältnisse durch. Und diese Farbanpassung ist nichts anderes als der Weißabgleich.

Weißabgleich = Farbanpassung

Foto-Beispiel anhand verschiedener Weissabgleiche

Weissabgleich – falsch und richtig. [Das Foto ist auf Koh Kut, Ost-Thailand, entstanden]

Was ist der Weißabgleich/ die Farbanpassung?

Willst du den Weißabgleich – auch „White Balance“ bzw. kurz „WB oder AWB“ – verstehen lernen, musst du wohl oder übel einen klitzekleinen Abstecher in die Physik des Lichtes unternehmen. Wir machen es uns aber ganz einfach: Licht besteht aus unterschiedlichen Farben, nämlich Rot, Grün und Blau (RGB). Zusammen ergibt das weißes, ganz gewöhnliches Tageslicht. Diesen Fakt hat uns schon der Lehrer mit seinem Prisma um die Ohren gehauen. Zu unterschiedlichen Tageszeiten und in verschiedenen Situationen dominieren allerdings ganz unterschiedliche Farben des Lichtes.

Denn das Licht verändert im Laufe des Tages nicht nur seine Helligkeit, sondern auch seine „Farbtemperatur„. Der abendliche Spaziergang am Strand ist so fantastisch, weil das Licht zu dieser Zeit eine wunderschöne, rote Farbtemperatur hat. Flanierst du an einem bewölkten Nachmittag über den Strand, beherrscht eine blaue Farbtemperatur die Szenerie. Deine DSLR hat aber bedauerlicherweise keinen Schimmer, welches Licht gerade herrscht und entsprechend auch keine Ahnung davon, dass die weiße Plastiktüte, die ein Urlauber am Strand hat liegen lassen, in Wirklichkeit weder rötlich noch bläulich ist. Du hilfst deiner DSLR auf die Sprünge, indem du ihr sagst, bei welcher Farbtemperatur du gerade fotografierst. Und diese Farbtemperatur, die beschreiben wir in „Kelvin„.

Farbtemperatur = Kelvin (K)

„Kelvin“ allein zu Haus –Ein Spaziergang durch die Farbtemperaturen

Beginnen wir an einem gewöhnlichen sommersonnigen Vormittag. Du verlässt dein Haus und blickst in einen herrlich klaren Himmel. Es herrschen sozusagen Normalzustände. Das ganz gewöhnliche weiße Licht hat in diesem Moment eine Farbtemperatur von 5500 Kelvin.

Weißes Licht = 5500 Kelvin

Das macht es einfach, denn auf einen Weißabgleich kannst du verzichten. Schließlich hat das Licht hier weder einen zu hohen Rot- noch Blauanteil. Ein weißes Objekt ist einfach weiß und bereitet deiner DSLR keine Sorgen.

Auf dem Weg nach Hause flanierst du noch etwas umher und genießt die schöne Abenddämmerung. Klarer Fall für einen Weißabgleich, denn das rötliche Licht der Abendsonne ist alles andere als weiß und besitzt eine Farbtemperatur von 2000 Kelvin.

Am nächsten Morgen verlässt du dein Haus nur sehr ungern, denn ein Blick aus dem Fenster offenbart dir dicke Nebelschwaden und einen bedeckten Himmel. Logisch: Ein Weißabgleich muss her, um die starke Blautönung des Lichtes mit ihren 7500 Kelvin zu neutralisieren.

Farbtemperaturen-Skala in Kelvin

Den Weißabgleich durchführen: Automatisch oder Manuell

Nach der Theorie endlich zur Praxis. Wie führst du den Weißabgleich nun eigentlich durch, um Farbstiche zu vermeiden? Du hast grundsätzlich die Wahl, ob du die Farbanpassung etwas aufwendiger manuell vornimmst, indem du beispielsweise ein weißes Blatt Papier fotografierst, oder deiner DSLR eine Chance geben möchtest, den richtigen Weißwert deines Fotos zu „erraten“. Letzteres entspricht dem vollautomatischen Weißabgleich, der auch gleich den Beginn einer kleinen Übersicht bilden soll:

Vollautomatischer Weißabgleich

Der vollautomatische Weißabgleich ist zweifelsfrei der komfortabelste für uns Fotografen – aber auch am anfälligsten für Fehler. Deine DSLR sucht sich ganz einfach die hellste Stelle im Bildausschnitt und nimmt an, dass diese am ehesten einem neutralen Weiß entspricht. Alle übrigen Farben im Bild passt deine Kamera dann auf das „vermeintliche“ Weiß in deinem Foto an. Das funktioniert erstaunlich gut beim Fotografieren in einheitlicher Lichtstimmung, zum Beispiel in geschlossenen Räumen. Bei schwierigen Lichtverhältnissen rät deine DSLR oft falsch und weiß nie so genau, ob der bedeckte Himmel, die durchbrechenden Sonnenstrahlen oder der feine Sandstrand einem „echten Weiß“ am nächsten kommen.

Halbautomatischer Weißabgleich

Beim halbautomatischen Weißabgleich teilen sich du und deine DSLR die Arbeit – mit weitaus zuverlässigeren Ergebnissen als in der Vollautomatik. Du greifst deiner Spiegelreflexkamera unter die Arme, in dem du von vorne herein bestimmst, ob du bei bewölktem Himmel, in grellem Kunstlicht oder bei strahlendem Sonnenschein fotografierst. Diese hilfreiche Voreinstellung findet sich meist im WB bzw. AWB-Menü deiner Kamerasoftware. Nach deiner Wahl nimmt deine DSLR eine Anpassung der Farbtemperatur (Kelvin) vor, um weiße Objekte auch als solche im finalen Foto auszugeben.

Als kleines Dankeschön dafür, dass du deiner Kamera den Weißabgleich abgenommen hast, löst sie etwas schneller aus. Klar, denn auf die Suche nach einem geeigneten Weißpunkt muss sie erst gar nicht mehr gehen, bevor sie das Foto auf die Speicherkarte schreibt. Die Möglichkeiten des halbautomatischen Weißabgleichs beschränken sich dabei auf die folgenden Situationen:

Die Modi des Weißabgleiches am Beispiel einer Canon 650D

Manueller Weißabgleich

Mit dem manuellen Weißabgleich gehst du auf Nummer sicher, hilfst deiner DSLR bei einer exakten Einstellung der Farbtemperatur und vermeidest somit unansehnliche Farbstiche in deinem Foto. Einerseits ist der manuelle Weißabgleich mit einem kleinen Mehraufwand verbunden, andererseits unverzichtbar, wenn sich keine weißen Objekte in deinem Bildausschnitt befinden, an denen sich deine Kamera orientieren kann. Du gehst dabei wie folgt vor:

  1. In den Kameraeinstellungen legst du zunächst fest, dass das nächste von dir geschossene Foto alleine einem korrekten Weißabgleich dient. Anstelle des schönen Meerespanoramas fotografierst du also erst einmal ein weißes Objekt, um deine DSLR auf die aktuelle Farbtemperatur „einzustimmen“. Dieses Foto legst du anschließend als Referenz fest, um deiner Kamera zu sagen, dass alle nun folgenden Bilder unter diesen Lichtverhältnissen fotografiert wurden. Das heißt natürlich auch, dass du für eine neue Szenerie einen neuen Weißabgleich vornehmen musst.
  2. Ein weißes Blatt Papier macht hier einen guten ersten Job. Das Papier platzierst du – je nachdem, was du fotografieren möchtest – formatfüllend, in kurzem Abstand vor der Linse oder auf Höhe deines Motivs. Fotografierst du also besagtes Meerespanorama, ist ein korrekter Weißabgleich vom „kompletten“ Umgebungslicht abhängig, daher fotografierst du das Blatt in relativ geringem Abstand zur Kamera. Praktisch so, dass das Umgebungslicht von ihm aufgenommen werden kann. Fotografierst du dagegen ein Objekt, das sich beispielsweise unter einer Schreibtischlampe in einem abgedunkelten Raum befindet, sollte das Papier an der Stelle deines Motives platziert werden.

    Letzteres benötigt möglicherweise die Umstellung der Lichtmessung auf „Spotmessung„, denn hierbei berücksichtigt der Sensor lediglich einen kleinen Bildausschnitt für die Helligkeitsmessung. Optimalerweise den Radius, den das Blatt Papier abdeckt. Alternativ zoomst du einfach ein Stückchen hinein, um das Blatt formatfüllend abzulichten.

Praxisbeispiel-Weißabgleich mit einem Stück Papier abgleichen

Optimal: Manueller Weißabgleich mit Graukarte

Sicher, in der Not funktioniert der Weißabgleich mit einem Stück Papier ganz gut, aber erst mit dem Einsatz einer sogenannten Graukarte erzielst du perfekte Ergebnisse in Sachen Farbtemperatur. Papier ist – weil häufig chemisch behandelt –strahlender als die Zähne von Naddel und somit unnatürlich weiß. Resultat sind unschöne Gelbstiche in deiner Fotografie.

Ein Weißabgleich mit einer Graukarte schafft Abhilfe. Die beschichtete Papp- oder Plastikkarte in „neutralem Grau“ reflektiert rund 18 % des einfallenden Lichtes. Für Zahlenfreunde: Es sind genau 17,68 %. Dieser ausgeklügelte Wert sorgt dafür, dass ein zuverlässiger Weißabgleich unabhängig vom Umgebungslicht (Tages-, Kunstlicht etc.) durchgeführt werden kann. Denn: Fotografierst du eine Graukarte, ist das daraus resultierende, graue Bild auf deinem Monitor farbecht. Hier ist Grau gleich Grau – ganz ohne Abweichungen. Es ist also sinnvoll, sich an diesem echten, unverfälschten Grau zu orientieren, um umliegende Objekte daran auszurichten und farbecht abzulichten.

Graukarten: Einsatzgebiete und ihre Grenzen

Der Weißabgleich über eine Graukarte ist in den meisten Fällen sinnvoll und vor allem dann empfehlenswert, wenn du im JPG-Modus fotografierst. Denn anders als beim mächtigen RAW-Format ist ein nachträglicher Weißabgleich am PC nur eingeschränkt möglich. Für „wichtige“ Fotos solltest du den Umstand von Referenzfotos daher nicht scheuen.

An die Grenzen einer Graukarte gelangst du allerdings, wenn du weit entfernte Objekte fotografieren möchtest, die außerhalb deiner Reichweite oder des direkten Umgebungslichtes liegen. Ein im Nebel liegender, schneebedeckter Berggipfel, den du mit deinem Teleobjektiv anvisierst, ist ein gutes Beispiel dafür. Oder der im Schatten liegende Löwe, den du aus dem Jeep bei 400 mm Brennweite ablichten möchtest.

Abgesehen von derartigen Spezialfällen ist eine Graukarte eine durchaus sinnvolle Ergänzung deiner Fotoausrüstung, für die man als DSLR-Einsteiger aber keine 20 € (vgl. Amazon) ausgegeben muss. Meine Graukarte habe ich beispielsweise als billigen Beileger aus einem Fotomagazin geschnitten. Eine teure Alternative sind Handbelichtungsmesser, die zwar sehr genau arbeiten und Referenzfotos überflüssig machen, aber auch gut und gerne 200 € kosten können.

Foto einer Graukarte

By Lewis Ronald (Own work) [CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Nachträglicher Weißabgleich

Das Beste kommt zum Schluss: Nutzt du eine Bildbearbeitungssoftware, beispielsweise Adobe Lightroom, und fotografierst im RAW-Format, bist du weitestgehend unabhängig von einem manuellen Weißabgleich vor dem Fotografieren. Der nachträgliche Weißabgleich am Computer ist äußerst komfortabel und bietet dir auch hier vollautomatische, halbautomatische oder manuelle Anpassungsmöglichkeiten am Bildschirm.

Der vollautomatische Weißabgleich am Computer macht dabei nichts anderes als deine DSLR und orientiert sich an der hellsten Stelle im Bild – nur eben nachträglich. Der Halbautomatische bietet – ebenfalls wie deine DSLR – eine Auswahl an gängigen Lichtsituationen (bewölkt, Tageslicht, nachts). Die pure Freiheit aber entpuppt sich im softwaregesteuerten manuellen Weißabgleich, denn hier wählst du per Mauszeiger pixelgenau aus, was in deinem Foto wirklich weiß sein soll oder genauer: einem 18-prozentigen Grau einer Graukarte entspricht.

Weißabgleich mit Lightroom

Manueller, nachträglicher Weißabgleich über das Pipetten-Werkzeug in Lightroom [Das Foto zeigt eine Statue im Palast der Könige, Bangkok]

Geschummelt: gezielt falscher Weißabgleich über Farbtemperaturen

Neben dem Weißabgleich per Mauszeiger bieten Lightroom und Co auch die Möglichkeit, Fotos über eine Farbtemperatur-Skala anzupassen. Wir erinnern uns: Der Weißabgleich ist eine Farbanpassung. Die Farbanpassung bezieht sich auf Farbtemperaturen, die in Kelvin (K) gemessen werden.

Beispiel: Stell dir vor, du fotografierst einen Urlaubsstrand an einem diesigen Morgen. Ein korrekter Weißabgleich ergibt ein entsprechend diesiges, tristes Bild. Das willst du ungern bei Facebook posten, weil jeder denken soll, dass du im Paradies verweilst. Deswegen führst du einen absichtlich falschen Weißabgleich über die Farbtemperatur-Skala durch, um dem Strandfoto einen warmen, sommerlichen Touch zu geben.

Einige wichtige Anmerkungen noch zum Abschluss: Für einen zuverlässigen, softwarebasierten Weißabgleich solltest du auf einem ordentlich kalibrierten Monitor arbeiten. Schau dir hierzu den Sypder4Pro Test an. Auch macht das alles nur Sinn, wenn du dich für das Fotografieren im RAW-Modus entscheidest. Ausführliches zum Thema findest du auf Fotophobia.de unter RAW-Fotografie. Auch ein Blick ins Thema Lightroom ist sinnvoll, wenn du dich in Sachen Weißabgleich und Farbtemperatur frei entfalten möchtest.

18 Kommentare zu “Weißabgleich”

  1. eduard bardorf 21. August 2015 - Antworten

    Danke, ein super Betrag. E. Bardorf

    • Christian 23. August 2015 - Antworten

      Danke, für den schönen Kommentar. Das freut mich natürlich zu lesen :)

  2. Angie 23. August 2015 - Antworten

    Hallo und guten morgen,
    ich führe einen kleinen Handarbeitsblog. So ein Blog lebt aber auch von schönen Fotos. Vom Fotografieren habe ich aber so wenig Ahnung wie Du vom Stricken ;-).
    So langsam aber sicher taste ich mich seit Monaten an das Thema ran. Mittlerweile werden die Bilder schon etwas besser. Nicht zu letzt, weil sie nochmal nachbearbeitet werden.
    Auf der Suche nach einer Erklärung zum Thema Weißabgleich bin ich dann hier gelandet.
    Der Beitrag ist super! Jetzt habe ich verstanden was der Weißabgleich ist und kann das zukünftig beim Erstellen der Fotos gleich besser berücksichtigen.
    Vielen Dank für das Erstellen dieses sehr hilfreichen Posts.
    Lieben Gruß
    Angie

    • Christian 24. August 2015 - Antworten

      Guten Morgen Angie,

      danke für deinen amüsanten Kommentar, mit dem Stricken ist es jetzt wirklich nicht so weit her bei mir :)
      Ich freue mich natürlich auch, dass ich dir das Thema Weissabgleich ein bisschen verständlich machen konnte und hoffe, dass es dir bei weiteren Fotos deiner (ziemlich schönen) Arbeit hilft!
      Liebe Grüße aus dem Westerwald
      Christian

  3. Angie 25. August 2015 - Antworten

    Ich noch mal :-D.

    Gibt es hier keinen Follower Button oder habe ich da was übersehen?

    Lieben Gruß vom Niederrhein
    die Angie

    • Christian 26. August 2015 - Antworten

      Hi Angie,

      nein bisher noch nicht. Fotophobia ist allerdings auf Google+ vertreten, aber das hast du ja schon entdeckt :)

  4. Paro 21. September 2015 - Antworten

    Für mich als Laie ist das alles superleicht zu verstehen! Danke!
    Ich bin auf der Seite gelandet, weil ich für ein bestimmtes Projekt eine Kamera mit manuellem Weißabgleich brauche. Bis jetzt bin ich fototechnisch ziemlich einfach unterwegs, denke jedoch daran, mir extra für den Job eine neue Kamera zuzulegen. Sie wird sicher viele Features haben, die ich gar nicht brauche… Deshalb meine Frage: könntest du mir sagen, was die einfachste/günstigste Kamera mit manuellem Weißabgleich ist? Oder wo ich das rausfinden kann?
    Vielen Dank schon mal im Voraus!
    Paro

    • Christian 24. September 2015 - Antworten

      Hi Paro,
      da hast du sogar ziemlich viele Möglichkeiten, denn einen einfach Weißabgleich, sprich mit einer Auswahl von „Bewölkt, Kunstlicht etc.“ kannst du Kameras ja schon auf die unterschiedlichen Lichtverhältnisse einstimmen. Diesen einfachen Weißabgleich nach Voreinstellungen kannst du mit vielen Smartphones schon bewältigen, dem Sony Z3 oder dem Samsung S5 usw. Ich würde dir aber, wenn du ohnehin an die Anschaffung einer Kamera denkst, zu einer günstigen Einsteiger-DSLR raten, die nicht nur einen vollwertigen Weißabgleich z.B. mit Graukarte ermöglicht, sondern mit der du auch ernsthaft fotografieren kannst und etwas Spielraum hast, wenn dich das Foto-Fieber doch packt. Schau dir mal die Canon D1200 (Link: Canon D1200) an. Damit hast du einen sehr soliden Einstieg und sogar die Möglichkeit, einen nachträglichen Weißabgleich durchzuführen, da das RAW Format unterstützt wird. Was meinst du?
      Viele Grüße
      Christian

  5. Anna 29. September 2015 - Antworten

    Hallo Christian,
    seit dem ich meinen Foodblog habe, habe ich schon viel mit meiner Camera Nikon D40 herumprobiert. Bei Tageslicht ist es relativ einfach schöne Fotos zu machen. Da nun langsam aber sicher die dunkle Jahreszeit heranbricht bekomme ich beim Fotorafieren aber Probleme was die Helligkeit und Farbe betrifft. Also muss ich mich nun doch mal mit dem Thema „Weißabgleich“ beschäftigen und bin auf deiner Seite gelandet. Du hast das Thema wirklich gut und verständlich erklärt, so dass auch ich als Nicht-Profi es verstanden habe. Danke!
    Viele Grüße Anna

    • Christian 10. Oktober 2015 - Antworten

      Hey Anna,
      schön dass du zu fotophobia gefunden hast und ich dir mit dem Thema Weißabgleich helfen konnte :) Du hast übrigens ein paar wirklich schöne Food-Fotos auf deiner Seite!

  6. walter geike 16. Dezember 2015 - Antworten

    Hi,
    danke für diese ausführliche und hilfreiche Erklärung zum Weißabgleich.
    Was mache ich, wenn ich mit meiner Olympus SP 560UZ beimTauchen unter Wasser fotografieren möchte? Weißabgleich wie oben beschrieben an Land(mit Papier oder Graukarte) oder mit einer Graukarte unter Wasser?
    Ich kann bei meiner Olympus auch ein Unterwasser-Menü einstellen,brauche ich dann überhaupt noch einen Weißabgleich?
    Liebe Grüße
    Walter

    • Christian 2. Januar 2016 - Antworten

      Hi Walter,
      das ist eine wirklich sehr interessante Frage! Danke dafür.
      Ein Weißabgleich über der Wasseroberfläche würde vermutlich nicht helfen, da die Farbanteile des Lichts unter der Oberfläche ja nicht die selben sind.
      Mit einer Graukarte unter Wasser bist du wohl auf der sicheren Seite, wobei ich mir das in der Praxis etwas umständlich vorstelle. Die Funktion der Olympus finde ich zwar ebenfalls spannend, kann sie aber hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit leider nicht beurteilen.
      Ich würde mir diesen Umstand offen gesagt nicht machen, sondern den Weißabgleich via Lightroom nachträglich vornehmen. Was meinst du?

  7. Babs 30. Januar 2016 - Antworten

    Herzlichen Dank für diese sehr anschauliche Erklärung! Das ist mir in der „Ich erklär Fotografie“-Landschaft bisher eher selten bis gar nicht begegnet. Sehr informativ und auf den Punkt.

  8. Roland 15. April 2016 - Antworten

    tolle Darstellung und Erklärung.
    Danke dafür.
    Aber eine Frage beschäftigt mich, auf die ich einfach keine Antwort finde.
    Eine warme (orange/rötliche) Farbtemperatur ist zB bei einer Kerze so um die 1.500 Kelvin oder Dämmerung (2.000 Kelvin – siehe deine o.a. Grafik):
    So nun meine Frage:
    Wieso muss man dann in Lightroom auf zB 5.500 Klevin „hochregeln“, wenn man einen wärmere (orange/rötliche) Farbtemperatur haben mächte, obwohl eigentlich 1.500 eine wärmre Farbtemperatur ist.
    Das verstehe ich einfhac nicht und finde keine Weg, wie ich mir das aneignen kann, dass meines Erachtens in LIghtroom die Farbtemperaturen falsch herum dargestellt werden beim Weißabgleihsregler.
    Kann mir das bitte jemand erklären?

    • Christian 19. April 2016 - Antworten

      Hallo Roland,
      da hast du mir mit deinem Kommentar eine echte Denkaufgabe mit auf den Weg gegeben :)
      Mir war das tatsächlich nie aufgefallen, dass man via Lightroom spiegelverkehrt „hochregelt“. Der Grund dafür ist aber eigentlich relativ einfach, man muss nur etwas umdenken.
      Denn wie du richtig angemerkt hast, geht es dabei um einen Weißabgleich, also das kompensieren von falscher Darstellung der Farbe weiß. Du änderst mit diesem Regler nicht das „Licht“, in dem du es z.B. nachträglich wärmer machst, sondern die Art, wie das Bild bestimmte Farbstiche kompensiert. Schau mal hier: Adobe Lightroom White Balance Thread

  9. Renata 4. Juli 2016 - Antworten

    Danke für die wirklich eingängigen Erklärungen!
    Nach einer Serie von Fotos, die eigentlich ziemlich scharf mit gut freigestellten Objekten waren, habe ich ewig die RAWs bearbeiten müssen. Motiv war eine Ruderregatta, also viel Wasser, Action & unterschiedliches Licht.
    Im Ergebnis zeigte sich das Wasser häufig wie Spülwasser- was die Sportler und ihre begeisterten Familien nicht schön finden, und ich auch nicht.
    Bisher bin ich der Pappe entgangen, bestelle mir aber heute eine. Wo würde ich die denn platzieren – mein Objektiv ist ein Sigma 150-600 S, und die Entfernungen sind entsprechend. Jeder Tipp hilft :)
    Ich verwende zu Nachbearbeiten DXO Elite, war aber von den Ergebnissen nicht so überzeugt.

    • Christian 8. Juli 2016 - Antworten

      Hallo Renata,
      danke für deinen netten Kommentar auf fotophobia und schön, dass dir die Erklärungen zum Weissabgleich etwas weiterhelfen konnten.
      Im Außenbereich bei größeren Entfernungen ist die Platzierung der Graukarte sicherlich ein Problem, weswegen ich den Weißabgleich besser (und zuverlässiger) nachträglich vornehmen würde. Aber wie du schreibst, bist du mit den Ergebnissen nicht wirklich zufrieden, was in mir die Frage aufwirft, wie Spülwasser eigentlich aussieht? :) Vielleicht ist gar nicht der Weißabgleich, sondern die Sättigung/Farbgebung der Kniff, der dir zu einem schöneres Wasserbild verhilft?
      Wenn sich die Lichtverhältnisse am Standort und dem Fotoobjekt nicht unterscheiden, was ich mir bei einem Blick aufs Meer gut vorstellen kann, kannst du die Graukarte mit ausgestrecktem Arm formatfüllend abfotografieren. Alternativ ist die Spotmessung – mit Fokus auf einem weißen Segelbot vielleicht ein guter Ansatz, was meinst du?

Fragen, Anregungen oder Kommentare?

Deine Email-Adresse bleibt geheim. Notwendige Felder mit *

*